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Traumangst

Seit Wochen habe ich regelmäßig Alpträume, die letzten Tage fast jede Nacht. Meist ist es ein absoluter Wirrwarr, in dem immer mein Schatz die größte Rolle spielt. Es läuft dann darauf hinaus, dass immer irgendetwas mit ihm ist, ihm irgendetwas passiert, dass er stirbt, sich verletzt, krank wird oder er mich nicht mehr liebt. Für manche mögen Alpträume ja nicht ganz so schlimm sein und früher hat es mir auch nicht so viel ausgemacht wie heute, aber zur Zeit treffen mich diese Träume sehr. Wenn ich so wach werde bin ich gleich morgens schlecht drauf, mache mir die größten Sorgen und starte so den Tag, was ja nicht gut gehen kann. Ich muss ständig an diese Träume denken, kann sie nicht vergessen und es verfolgt mich einfach den ganzen Tag über. Verstärkt alle negativen Gefühle und Gedanken noch und hinterlässt eine bedrückende Leere. Wenn es Träume über mich wären, dass mir etwas passiert, wäre das gut zu verkraften. Aber mein Schatz ist mir einfach das Allerwichtigste.

Heute habe ich in der Schule eine Packung Taschentücher gegen den Rücken geworfen bekommen. Ob es Absicht oder Versehen war, weiß ich nicht. Es hat keiner gelacht, aber es hat sich auch niemand entschuldigt, ich habe es einfach ignoriert. In Musik haben wir einen Test geschrieben und ich habe ein leeres Blatt abgegeben, weil ich rein gar nichts gewusst habe. Dafür war die Stunde rum, auch gut. Von meinen Freundinnen fühle ich mich langsam verarscht, es hieß sie seien jeden Tag vor der Schule im Friedenspark, ich war nun viermal dort und nie waren sie da.

Ich mache mal Werbung für die Seite www.metalszene.de, weil dort noch User gesucht werden und ich dort außerdem meinen Schatz kennen gelernt habe. Also meldet euch an, wenn ihr euch für Metal interessiert. Ich brauche momentan noch genau einen Punkt, um in der Top 5 zu stehen. Ihr fragt euch sicher, warum ich nicht einfach noch irgendetwas schreibe, um die 137 voll zu machen. Aber irgendwie wär das doof… weiß auch nicht.

Zur Zeit bin ich regelmäßig auf Telefonkonzerten, soll heißen mein Schatz spielt mir was auf der Gitarre vor. Ich werd wohl doch noch zum Groupie für ihn. Er ist einfach genial, hört aus den Liedern von seinen Lieblingsbands heraus, wie er es spielen muss, und schreibt auch selbst Songs, meist mit Guitar Pro. Ich hör das Zeug dann meist schon in der Entstehungsphase und finde es immer wieder faszinierend. Wenn ich so was in der Art versuche wird das Ergebnis nicht halb so gut. Bin wohl unbegabt.

Das wars dann für heute, meine Schreibwut lässt nach.

Noch 12 Tage!

6.10.06 20:46


Erinnerungszwang

Beim Ausmisten von alten Sachen und beim Zusammenpacken seines gesamten Besitzes wird man quasi dazu gezwungen, in einem Strudel aus Erinnerungen zu versinken. Es gibt Dinge, die man schon beinahe vergessen hätte, aber wenn man sie dann wieder in den Händen hält, sind sie einem so wichtig, dass man heulen könnte bei dem Gedanken es zu verlieren. Und zu guter Letzt verschwindet so etwas dann doch wieder irgendwo und taucht erst nach Jahren wieder auf... Manchmal denke ich, die Vergangenheit ist vergangen und was zählt ist die Zukunft. Und dann in so einer Situation ist die Vergangenheit plötzlich wieder wichtig. Es ist trotz allem ein Teil von einem und auch wenn man Fehler gemacht hat und sich verändert hat, gehört es einfach dazu.

Dem Umzug stehe ich mit gemischten Gefühlen gegenüber. Auf der einen Seite ist es wie eine Art Neuanfang, das Zimmer ist groß, die Wohnung ist schön, auf der anderen Seite wühlt es so sehr auf. Ich habe Angst etwas Wichtiges zu vergessen, Angst etwas Wichtiges zu verlieren, Angst dass etwas Wichtiges kaputt geht. Manchmal kommt es mir vor, als würde die Zeit nur so fliegen, mir davonlaufen, manchmal scheint es sich noch ewig zu ziehen. Wir haben heute Teppichboden ausgesucht, meiner ist rot mit kleinen schwarzen Mustern. Wir ziehen in das Dorf, in dem ich die ersten sieben Jahre meines Lebens verbracht habe, allerdings auf den genau gegenüberliegenden Berg als damals. Es ist schon schön dort, ich kenne mich noch aus, wir haben Verwandte und Freunde dort, mich stört nur die Tatsache, dass es keinen Bahnhof gibt. Anstatt Bus und Bahn habe ich nur noch den Bus zur Verfügung und muss für einen Bahnhof erst in die nächste Stadt fahren. Erschwert das Zusammensein mit meinem Schatz ein bisschen, behindert die Mobilität, aber ich denke man gewöhnt sich daran. Heute habe ich schon drei Umzugskartons gepackt.

In der Schule hat heute keiner Notiz von mir genommen, nur als ich in Religion das Zimmer betreten habe, meinte ein Kerl zu seinem Kumpel „Was will die denn hier?“ was wohl daran lag, dass ich noch nie zuvor in Religion war. Mein vierter Schultag dieses Jahr und ich finde mich noch immer nicht zurecht. Die Schule kenne ich erst seit Mai, die Klassenkameraden erst seit zwei Wochen. Meine drei Freundinnen sind jetzt eine Klasse über mir und eine davon war heute krank. Ich überlege mir, ob es mir noch rechtzeitig zum Zug reicht, wenn ich immer die große Pause über noch in der Schule bleibe, dann können wir wenigstens ein bisschen reden. Samstag geht’s wahrscheinlich in die Stammkneipe, war ich schon lange nicht mehr, mal schauen.

Warum fahren alle Züge von Lauffen nach Heilbronn jede halbe Stunde mindestens, aber genau zu der Zeit, in der der richtige Zug zur zweiten Stunde Schule kommen sollte, kommt keiner zur regulären Minutenzahl, so dass ich eine Schulstunde zu früh an der Schule bin? Hat mich heute Morgen leicht geärgert, auch wenn es eigentlich unwichtig ist. Da donnerstags die erste Stunde frei ist, geh ich die zweite und dritte und hab die große Pause dazwischen. Kann man jetzt positiv oder negativ sehen…

Gerade bin ich allein zu haus, da meine Mutter arbeitet. Vorhin habe ich mal wieder laut mit Verstärker Gitarre gespielt, je länger ich das tue, desto mehr Sachen kann ich wieder spielen, von denen ich geglaubt hatte, sie vergessen zu haben. Ich habe mir vorgenommen, wieder mehr Gitarre zu spielen und seit Sonntag halte ich es eigentlich noch ganz gut ein. Mit dem Vorsatz, wieder zu zeichnen, klappt es momentan nicht so gut. Ich nehme mir immer viele Sachen vor und krieg es dann irgendwie nicht auf die Reihe es umzusetzen. Ich wollte mir jeden Ordner nehmen, in den ich wahllos Papier hineingestopft habe, vornehmen und aussortieren, was ich noch direkt brauche und all das Wichtige in einen extra Ordner packen. Ich wollte Dinge, die ich nicht mehr brauche, wegwerfen, das scheitert jedoch an den Erinnerungen. Ich wollte meinen Schreibtisch, die Lieblingsschublade meiner Ratte und den Papierhaufen neben dem Computer aufräumen. Ich wollte mehr Bilder von meinem Schatz ausdrucken, die Bandfotos aus dem Album rausnehmen und das Album nur mit meinem Schatz füllen. Mal schauen, was ich davon alles machen werde.

Seit Jahren verfolgen mich das dritte Reich und der zweite Weltkrieg. Immer wieder werde ich damit konfrontiert, ob in der Schule, im Konfirmandenunterricht, in der Freizeit oder gar in Schulaufführungen von meinem Schatz. Seit wir mit der Konfirmandengruppe im KZ waren, geht mir der ganze Mist ziemlich nahe und ich muss oft darüber nachdenken. Ich glaube, dass so etwas in der Art jederzeit wieder passieren könnte, auch wenn jeder sagt es sei nicht möglich. Die Menschen sind einfach dumm genug, denselben Fehler wieder zu machen, gerade weil sie glauben durch die vielen Informationen kann es nicht wieder passieren. Was damals geschah hat zu einem großen Teil damit zu tun, wie der Mensch einfach von Natur aus gestrickt ist. Dass er sich gerne für etwas Besseres als andere hält, leicht für etwas zu begeistern ist, oft der großen Masse folgt und von Natur aus grausam veranlagt. Die meisten Menschen wollen zu einer Gruppe gehören und immer dann gibt es die, die nicht dazu gehören. Seien es Cliquen in der Schule, Musikszenen, religiöse Gruppierungen oder politische Parteien. Auch Randgruppen haben immer ein Zusammengehörigkeitsgefühl, Minderheiten stellen sich gegen den „Rest der Welt“. Es gibt immer verschiedene Gruppen, Rassen, Parteien und immer wird es die Starken und die Schwachen geben.

Auch ich suche eine Gruppe von Leuten, die mich so nehmen wie ich bin, die mich kennen, die mich auf eine Art bewundern für die Dinge die ich gut kann oder die an mir besonders sind, so wie ich sie auf eine Art bewundere für die Dinge die sie gut können oder die an ihnen besonders sind. Leute, mit denen man Spaß haben kann, Dinge unternehmen, aber auch reden kann, die zusammenhalten. Eine Zeit lang glaubte ich „meine“ Clique gefunden zu haben, bis sie immer größer wurde, Leute dazukamen, die ich nicht kenne und mich mittlerweile in der Gesellschaft kaum noch wohl fühle. Ein Wunsch von mir war immer, auf irgendeine Art in der Szene bekannt zu sein, beliebt zu sein. Dass Leute, wenn sie mich sehen, denken „Ach das ist doch die und die“, dass ich einfach integriert bin. Eine Weile habe ich es im Internet versucht, aber auch das ist vergänglich. Ich weiß nicht, vielleicht wird es immer ein Traum bleiben.

Noch 13 Tage bis mein Schatz kommt! <3
5.10.06 15:24


Entjungferung

So habe ich mir also ein Weblog angelegt, um meine momentanen Gedanken festzuhalten, mir etwas von der Seele zu schreiben und um vielleicht ein kleines Stück von dieser Zeit auf Erden zu hinterlassen. Eine Zeit, die von totalen Höhenflügen und plötzlichen Abstürzen geprägt ist, die gleichzeitig so schrecklich wie wunderschön ist.

Ich weiß nicht, wie es jetzt weitergeht, hänge in der Luft, bin so voller Verzweiflung und voller Hoffnung. Ich will ein Leben, ich will eine Zukunft mit meinem über alles geliebten Schatz und doch merke ich immer öfter, dass nicht alles so funktioniert, wie ich es mir vorgenommen habe. Ich wollte die Zeit nutzen, gut herumbringen, nach vorne sehen. Die Zeit, bis wir uns wieder sehen, von diesem Tag ab noch genau zwei Wochen. Am 18. Oktober kommt mein Schatz zu mir und da er Ferien hat, will er zwei Wochen lang bleiben. Es ist schon seit einem Monat ausgemacht und ich freue mich wahnsinnig darauf. Eine große Angst von mir ist deswegen zur Zeit auch, dass irgendetwas dazwischenkommt, dass es aus irgendeinem Grund doch nicht klappt. Ich warte momentan auf einen Platz in einer Einrichtung, über die ich selbst zu wenig Informationen habe. Wann und ob ich dort hinkomme ist unklar, meine Mutter versucht alles und ich lebe hier ein halbes Leben.

Ein Leben geprägt von Sehnsucht und Angst, aber auch von Liebe und Plänen. Mein Schatz, mein Ein und Alles, gibt mir Kraft und ich hoffe, dass ich auf irgendeiner Weise dazu fähig bin, ihm die Kraft zu geben, die er braucht. Wenn ich an unsere Zukunft, unsere Hochzeit, unsere Kinder denke, einfach an unsere gemeinsame Zeit, dann glaube ich, dass ich alles, egal was vor mir liegt, schaffen werde. Doch immer wieder holt mich der Alltag ein, holen mich meine Ängste und Zweifel ein, meine Vergangenheit.

Gestern hat es in der Stadt gebrannt. Ich konnte mich nicht davon abhalten, mir vorzustellen, dass uns das Selbe passieren könnte und was die Folgen davon wären. Es geht mir nicht um den materiellen Wert der Dinge, die verbrennen würden, sondern um alles, was einen persönlichen Wert hat, was man nicht ersetzen kann. Dinge, an denen Erinnerungen hängen, die Liebe in sich tragen, die Zeit und Mühe gekostet haben. Wenn es brennt, werden Menschen und Tiere gerettet. Aber wenn alles, was sich in meinem Zimmer befindet, verbrennen würde, würde ein Teil meiner Person und meine Vergangenheit ausgelöscht werden. So viel, das mir immer wichtig gewesen war, das ich vielleicht gar nicht richtig zu schätzen gewusst habe. Geschichten, Zeichnungen, Fotos, mein Lebenswerk. Geschenke von lieben Menschen. Gegenstände, mit denen ich bestimmte Sachen in Verbindung bringe.

Mein Schatz hat mir heute selbst aufgenommene Riffs vorgespielt, ich bin davon begeisterter, als ich es ihm am Telefon habe zeigen können. Teilweise klang es unglaublich professionell und hätte auch ein Teil eines Songs auf einer CD sein können. Ich bin unglaublich stolz auf ihn, wie auch auf seine Gesangskünste. Könnte mir stundenlang seine Musik anhören und dabei an ihn denken. Später telefoniere ich noch einmal mit ihm.

Ansonsten werde ich den Rest des Abends damit verbringen, mir Mut für morgen zu machen. Ich habe unglaubliche Angst vor der Schule, ich hasse meine neuen Klassenkameraden, fühle mich in der Schule wie in einem Gefängnis, zwei Stunden dauern so lange wie ein ganzer Tag, ein Tag voller Qualen. Und es sind noch vierzehn Tage… irgendetwas muss sich an meiner Einstellung ändern, ich weiß nur noch nicht wie ich das machen soll.

4.10.06 18:14


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