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Entjungferung

So habe ich mir also ein Weblog angelegt, um meine momentanen Gedanken festzuhalten, mir etwas von der Seele zu schreiben und um vielleicht ein kleines Stück von dieser Zeit auf Erden zu hinterlassen. Eine Zeit, die von totalen Höhenflügen und plötzlichen Abstürzen geprägt ist, die gleichzeitig so schrecklich wie wunderschön ist.

Ich weiß nicht, wie es jetzt weitergeht, hänge in der Luft, bin so voller Verzweiflung und voller Hoffnung. Ich will ein Leben, ich will eine Zukunft mit meinem über alles geliebten Schatz und doch merke ich immer öfter, dass nicht alles so funktioniert, wie ich es mir vorgenommen habe. Ich wollte die Zeit nutzen, gut herumbringen, nach vorne sehen. Die Zeit, bis wir uns wieder sehen, von diesem Tag ab noch genau zwei Wochen. Am 18. Oktober kommt mein Schatz zu mir und da er Ferien hat, will er zwei Wochen lang bleiben. Es ist schon seit einem Monat ausgemacht und ich freue mich wahnsinnig darauf. Eine große Angst von mir ist deswegen zur Zeit auch, dass irgendetwas dazwischenkommt, dass es aus irgendeinem Grund doch nicht klappt. Ich warte momentan auf einen Platz in einer Einrichtung, über die ich selbst zu wenig Informationen habe. Wann und ob ich dort hinkomme ist unklar, meine Mutter versucht alles und ich lebe hier ein halbes Leben.

Ein Leben geprägt von Sehnsucht und Angst, aber auch von Liebe und Plänen. Mein Schatz, mein Ein und Alles, gibt mir Kraft und ich hoffe, dass ich auf irgendeiner Weise dazu fähig bin, ihm die Kraft zu geben, die er braucht. Wenn ich an unsere Zukunft, unsere Hochzeit, unsere Kinder denke, einfach an unsere gemeinsame Zeit, dann glaube ich, dass ich alles, egal was vor mir liegt, schaffen werde. Doch immer wieder holt mich der Alltag ein, holen mich meine Ängste und Zweifel ein, meine Vergangenheit.

Gestern hat es in der Stadt gebrannt. Ich konnte mich nicht davon abhalten, mir vorzustellen, dass uns das Selbe passieren könnte und was die Folgen davon wären. Es geht mir nicht um den materiellen Wert der Dinge, die verbrennen würden, sondern um alles, was einen persönlichen Wert hat, was man nicht ersetzen kann. Dinge, an denen Erinnerungen hängen, die Liebe in sich tragen, die Zeit und Mühe gekostet haben. Wenn es brennt, werden Menschen und Tiere gerettet. Aber wenn alles, was sich in meinem Zimmer befindet, verbrennen würde, würde ein Teil meiner Person und meine Vergangenheit ausgelöscht werden. So viel, das mir immer wichtig gewesen war, das ich vielleicht gar nicht richtig zu schätzen gewusst habe. Geschichten, Zeichnungen, Fotos, mein Lebenswerk. Geschenke von lieben Menschen. Gegenstände, mit denen ich bestimmte Sachen in Verbindung bringe.

Mein Schatz hat mir heute selbst aufgenommene Riffs vorgespielt, ich bin davon begeisterter, als ich es ihm am Telefon habe zeigen können. Teilweise klang es unglaublich professionell und hätte auch ein Teil eines Songs auf einer CD sein können. Ich bin unglaublich stolz auf ihn, wie auch auf seine Gesangskünste. Könnte mir stundenlang seine Musik anhören und dabei an ihn denken. Später telefoniere ich noch einmal mit ihm.

Ansonsten werde ich den Rest des Abends damit verbringen, mir Mut für morgen zu machen. Ich habe unglaubliche Angst vor der Schule, ich hasse meine neuen Klassenkameraden, fühle mich in der Schule wie in einem Gefängnis, zwei Stunden dauern so lange wie ein ganzer Tag, ein Tag voller Qualen. Und es sind noch vierzehn Tage… irgendetwas muss sich an meiner Einstellung ändern, ich weiß nur noch nicht wie ich das machen soll.

4.10.06 18:14


Erinnerungszwang

Beim Ausmisten von alten Sachen und beim Zusammenpacken seines gesamten Besitzes wird man quasi dazu gezwungen, in einem Strudel aus Erinnerungen zu versinken. Es gibt Dinge, die man schon beinahe vergessen hätte, aber wenn man sie dann wieder in den Händen hält, sind sie einem so wichtig, dass man heulen könnte bei dem Gedanken es zu verlieren. Und zu guter Letzt verschwindet so etwas dann doch wieder irgendwo und taucht erst nach Jahren wieder auf... Manchmal denke ich, die Vergangenheit ist vergangen und was zählt ist die Zukunft. Und dann in so einer Situation ist die Vergangenheit plötzlich wieder wichtig. Es ist trotz allem ein Teil von einem und auch wenn man Fehler gemacht hat und sich verändert hat, gehört es einfach dazu.

Dem Umzug stehe ich mit gemischten Gefühlen gegenüber. Auf der einen Seite ist es wie eine Art Neuanfang, das Zimmer ist groß, die Wohnung ist schön, auf der anderen Seite wühlt es so sehr auf. Ich habe Angst etwas Wichtiges zu vergessen, Angst etwas Wichtiges zu verlieren, Angst dass etwas Wichtiges kaputt geht. Manchmal kommt es mir vor, als würde die Zeit nur so fliegen, mir davonlaufen, manchmal scheint es sich noch ewig zu ziehen. Wir haben heute Teppichboden ausgesucht, meiner ist rot mit kleinen schwarzen Mustern. Wir ziehen in das Dorf, in dem ich die ersten sieben Jahre meines Lebens verbracht habe, allerdings auf den genau gegenüberliegenden Berg als damals. Es ist schon schön dort, ich kenne mich noch aus, wir haben Verwandte und Freunde dort, mich stört nur die Tatsache, dass es keinen Bahnhof gibt. Anstatt Bus und Bahn habe ich nur noch den Bus zur Verfügung und muss für einen Bahnhof erst in die nächste Stadt fahren. Erschwert das Zusammensein mit meinem Schatz ein bisschen, behindert die Mobilität, aber ich denke man gewöhnt sich daran. Heute habe ich schon drei Umzugskartons gepackt.

In der Schule hat heute keiner Notiz von mir genommen, nur als ich in Religion das Zimmer betreten habe, meinte ein Kerl zu seinem Kumpel „Was will die denn hier?“ was wohl daran lag, dass ich noch nie zuvor in Religion war. Mein vierter Schultag dieses Jahr und ich finde mich noch immer nicht zurecht. Die Schule kenne ich erst seit Mai, die Klassenkameraden erst seit zwei Wochen. Meine drei Freundinnen sind jetzt eine Klasse über mir und eine davon war heute krank. Ich überlege mir, ob es mir noch rechtzeitig zum Zug reicht, wenn ich immer die große Pause über noch in der Schule bleibe, dann können wir wenigstens ein bisschen reden. Samstag geht’s wahrscheinlich in die Stammkneipe, war ich schon lange nicht mehr, mal schauen.

Warum fahren alle Züge von Lauffen nach Heilbronn jede halbe Stunde mindestens, aber genau zu der Zeit, in der der richtige Zug zur zweiten Stunde Schule kommen sollte, kommt keiner zur regulären Minutenzahl, so dass ich eine Schulstunde zu früh an der Schule bin? Hat mich heute Morgen leicht geärgert, auch wenn es eigentlich unwichtig ist. Da donnerstags die erste Stunde frei ist, geh ich die zweite und dritte und hab die große Pause dazwischen. Kann man jetzt positiv oder negativ sehen…

Gerade bin ich allein zu haus, da meine Mutter arbeitet. Vorhin habe ich mal wieder laut mit Verstärker Gitarre gespielt, je länger ich das tue, desto mehr Sachen kann ich wieder spielen, von denen ich geglaubt hatte, sie vergessen zu haben. Ich habe mir vorgenommen, wieder mehr Gitarre zu spielen und seit Sonntag halte ich es eigentlich noch ganz gut ein. Mit dem Vorsatz, wieder zu zeichnen, klappt es momentan nicht so gut. Ich nehme mir immer viele Sachen vor und krieg es dann irgendwie nicht auf die Reihe es umzusetzen. Ich wollte mir jeden Ordner nehmen, in den ich wahllos Papier hineingestopft habe, vornehmen und aussortieren, was ich noch direkt brauche und all das Wichtige in einen extra Ordner packen. Ich wollte Dinge, die ich nicht mehr brauche, wegwerfen, das scheitert jedoch an den Erinnerungen. Ich wollte meinen Schreibtisch, die Lieblingsschublade meiner Ratte und den Papierhaufen neben dem Computer aufräumen. Ich wollte mehr Bilder von meinem Schatz ausdrucken, die Bandfotos aus dem Album rausnehmen und das Album nur mit meinem Schatz füllen. Mal schauen, was ich davon alles machen werde.

Seit Jahren verfolgen mich das dritte Reich und der zweite Weltkrieg. Immer wieder werde ich damit konfrontiert, ob in der Schule, im Konfirmandenunterricht, in der Freizeit oder gar in Schulaufführungen von meinem Schatz. Seit wir mit der Konfirmandengruppe im KZ waren, geht mir der ganze Mist ziemlich nahe und ich muss oft darüber nachdenken. Ich glaube, dass so etwas in der Art jederzeit wieder passieren könnte, auch wenn jeder sagt es sei nicht möglich. Die Menschen sind einfach dumm genug, denselben Fehler wieder zu machen, gerade weil sie glauben durch die vielen Informationen kann es nicht wieder passieren. Was damals geschah hat zu einem großen Teil damit zu tun, wie der Mensch einfach von Natur aus gestrickt ist. Dass er sich gerne für etwas Besseres als andere hält, leicht für etwas zu begeistern ist, oft der großen Masse folgt und von Natur aus grausam veranlagt. Die meisten Menschen wollen zu einer Gruppe gehören und immer dann gibt es die, die nicht dazu gehören. Seien es Cliquen in der Schule, Musikszenen, religiöse Gruppierungen oder politische Parteien. Auch Randgruppen haben immer ein Zusammengehörigkeitsgefühl, Minderheiten stellen sich gegen den „Rest der Welt“. Es gibt immer verschiedene Gruppen, Rassen, Parteien und immer wird es die Starken und die Schwachen geben.

Auch ich suche eine Gruppe von Leuten, die mich so nehmen wie ich bin, die mich kennen, die mich auf eine Art bewundern für die Dinge die ich gut kann oder die an mir besonders sind, so wie ich sie auf eine Art bewundere für die Dinge die sie gut können oder die an ihnen besonders sind. Leute, mit denen man Spaß haben kann, Dinge unternehmen, aber auch reden kann, die zusammenhalten. Eine Zeit lang glaubte ich „meine“ Clique gefunden zu haben, bis sie immer größer wurde, Leute dazukamen, die ich nicht kenne und mich mittlerweile in der Gesellschaft kaum noch wohl fühle. Ein Wunsch von mir war immer, auf irgendeine Art in der Szene bekannt zu sein, beliebt zu sein. Dass Leute, wenn sie mich sehen, denken „Ach das ist doch die und die“, dass ich einfach integriert bin. Eine Weile habe ich es im Internet versucht, aber auch das ist vergänglich. Ich weiß nicht, vielleicht wird es immer ein Traum bleiben.

Noch 13 Tage bis mein Schatz kommt! <3
5.10.06 15:24


Traumangst

Seit Wochen habe ich regelmäßig Alpträume, die letzten Tage fast jede Nacht. Meist ist es ein absoluter Wirrwarr, in dem immer mein Schatz die größte Rolle spielt. Es läuft dann darauf hinaus, dass immer irgendetwas mit ihm ist, ihm irgendetwas passiert, dass er stirbt, sich verletzt, krank wird oder er mich nicht mehr liebt. Für manche mögen Alpträume ja nicht ganz so schlimm sein und früher hat es mir auch nicht so viel ausgemacht wie heute, aber zur Zeit treffen mich diese Träume sehr. Wenn ich so wach werde bin ich gleich morgens schlecht drauf, mache mir die größten Sorgen und starte so den Tag, was ja nicht gut gehen kann. Ich muss ständig an diese Träume denken, kann sie nicht vergessen und es verfolgt mich einfach den ganzen Tag über. Verstärkt alle negativen Gefühle und Gedanken noch und hinterlässt eine bedrückende Leere. Wenn es Träume über mich wären, dass mir etwas passiert, wäre das gut zu verkraften. Aber mein Schatz ist mir einfach das Allerwichtigste.

Heute habe ich in der Schule eine Packung Taschentücher gegen den Rücken geworfen bekommen. Ob es Absicht oder Versehen war, weiß ich nicht. Es hat keiner gelacht, aber es hat sich auch niemand entschuldigt, ich habe es einfach ignoriert. In Musik haben wir einen Test geschrieben und ich habe ein leeres Blatt abgegeben, weil ich rein gar nichts gewusst habe. Dafür war die Stunde rum, auch gut. Von meinen Freundinnen fühle ich mich langsam verarscht, es hieß sie seien jeden Tag vor der Schule im Friedenspark, ich war nun viermal dort und nie waren sie da.

Ich mache mal Werbung für die Seite www.metalszene.de, weil dort noch User gesucht werden und ich dort außerdem meinen Schatz kennen gelernt habe. Also meldet euch an, wenn ihr euch für Metal interessiert. Ich brauche momentan noch genau einen Punkt, um in der Top 5 zu stehen. Ihr fragt euch sicher, warum ich nicht einfach noch irgendetwas schreibe, um die 137 voll zu machen. Aber irgendwie wär das doof… weiß auch nicht.

Zur Zeit bin ich regelmäßig auf Telefonkonzerten, soll heißen mein Schatz spielt mir was auf der Gitarre vor. Ich werd wohl doch noch zum Groupie für ihn. Er ist einfach genial, hört aus den Liedern von seinen Lieblingsbands heraus, wie er es spielen muss, und schreibt auch selbst Songs, meist mit Guitar Pro. Ich hör das Zeug dann meist schon in der Entstehungsphase und finde es immer wieder faszinierend. Wenn ich so was in der Art versuche wird das Ergebnis nicht halb so gut. Bin wohl unbegabt.

Das wars dann für heute, meine Schreibwut lässt nach.

Noch 12 Tage!

6.10.06 20:46


Jugendsünden

Heute wurde ich seit einiger Zeit mal wieder an diverse Begebenheiten aus meiner Kindheit erinnert. Ich habe einen Kumpel, der in dem Dorf wohnt, in das wir bald ziehen werden bzw. in dem wir früher gewohnt haben, woher ich ihn auch kenne. Es gab immer wieder Zeiten, in denen wir wirklich viel miteinander unternommen haben und auch, wie es Kinder und Jugendliche eben so tun, viel Scheiße gebaut haben. Vor ein paar Stunden war ich jedenfalls mal wieder bei ihm, wir haben gemütlich ein wenig Met getrunken, als er auf die Idee kam, seinem Hund was davon abzugeben. Natürlich wollte er es nicht, da kam mein Kumpel auf die Idee, ein Stück Brötchen mit Met voll saugen zu lassen, eine Scheibe Wurst drum herum zu wickeln und das hat der Hund dann gegessen. Und es war bei mir die Situation wie bei jedem Mal, wenn er auf irgendwelche Ideen kommt. Erst lache ich darüber, feuere ihn an oder mache mit, dann kommen irgendwann die Überlegungen, ob das überhaupt eine gute Idee ist und ich bekomme Gewissensbisse. Zum Schluss fühle ich mich dann schlecht, weil ich mich so leicht begeistern lasse, bei jedem Scheiß mitmache, aber erst zu spät darüber nachdenke. Geendet hat das Ganze oft damit, dass ich es irgendjemandem erzählt habe, der davon nicht erfahren sollte und so Ärger mit meinem Kumpel bekommen habe. Erzählt habe ich es dann eben, weil ich ein schlechtes Gewissen hatte. Ich weiß, es hat was Blödes, nicht zu seinen Taten stehen zu können, aber es ist mir schon so oft passiert. Vielleicht sehe ich manche Sachen zu eng, vielleicht lasse ich mich auch zu leicht mitreißen.

Ich habe geholfen das Schlafzimmer meiner Mutter hellgelb zu streichen, habe dann aber aufgehört, weil sie über jeden Meter, den ich gestrichen habe, noch einmal drüber streichen wollte. Da hätte ich gar nicht damit anzufangen brauchen. Bin dann mit meinem Kumpel zu einem Mädchen in der Nähe, die anscheinend Metal hört, aber sie war nicht zuhause. Wir haben ihr dann eine Notiz in den Briefkasten geworfen, ob sie nicht Interesse an unserem Metal-Stammtisch im Dorf hätte. Des Weiteren gehe ich heute Abend in die Stammkneipe in Heilbronn, mal schauen ob’s mal wieder was wird, auch wenn die letzten Male nun nicht so prickelnd waren. Ich hoffe es werden nicht wieder Karten gespielt, was ich überhaupt nicht leiden kann.

Mein Schatz und ich haben heute unser 3-Monatiges. Am 7. Juli haben wir uns das erste Mal in Wirklichkeit gesehen, noch am selben Abend sind wir Spazieren gegangen und es hat einfach gefunkt. Erst hat er beim Laufen den Arm um mich gelegt, dann saßen wir noch am Straßenrand und haben ein wenig gekuschelt während wir eine Katze gestreichelt haben. Am 9. Juni haben wir das erste Mal miteinander im ICQ geschrieben, weil keiner von uns Fußball geschaut hatte. Bei Metalszene bin ich jetzt auf dem 5. Platz, ich finde dass muss einfach sein, diese Seite zu ehren… hab meinem Schatz auch eine SMS geschrieben, aber es kam noch nichts zurück. Ich weiß jedoch, dass er heute einen Auftritt mit einer seiner Bands hat und nicht weiß, wann er zurückkommt. Hoffe ich höre noch etwas von ihm bevor ich gehen muss…

Noch 11 Tage bis ich ihn wieder sehe!

7.10.06 17:13


Sendepause

Die letzten Tage habe ich nicht gebloggt, weil mir entweder die Zeit oder die Motivation gefehlt hat. Vielleicht wird es jetzt wieder besser, vielleicht auch nicht. Mal sehen. Soweit ich weiß habe ich eh nur eine Leserin, die wahrscheinlich weiß, dass ich sie meine und die ich ganz lieb grüßen will *knuddel* Für sie habe ich auch eine kleine Geschichte online gestellt... jedenfalls habe ich Montag Abend noch geschrieben, aber nicht fertig und deshalb nicht abgesendet... trotzdem mal hier:

Montag, 9.10.06

Ich könnte heulen. Jetzt im Moment. Hier läuft Schandmaul - Dein Anblick und ich warte auf einen Anruf von meinem Schatz. Schandmaul machen mich generell traurig, ich bin bis auf meine Ratte allein zuhaus und noch dazu mache ich mir derzeit über alles und jeden Sorgen, vor allem um meinen Schatz. Warum ruft er nicht an? Ich weiß, er ist mit seiner Mutter zu IKEA, aber so lange? Es ist schon acht. In meinem Kopf spielen sich Filme ab. Vielleicht hatten sie einen Autounfall. Vielleicht sehe ich ihn nie wieder. Und selbst wenn er jetzt gleich anruft. Wer garantiert mir, dass nicht morgen, übermorgen oder wann auch immer etwas mit ihm passiert? Ich habe Angst, dass wir uns nicht mehr wieder sehen. Es könnte ja auch mit mir etwas geschehen. Es ist seltsam, bis ich meinen Schatz kennen gelernt habe hatte ich absolut keine Angst vor dem Tod. Nun habe ich regelrecht Panik. Ich will ihn hier nicht allein lassen, er braucht mich. Ich will eine Zukunft mit ihm, will jede Sekunde, in der es mir möglich ist, mit ihm verbringen. Und ich will die zwei Wochen in seinen Herbstferien mit ihm verbringen. Ich bereite extra alles vor, packe jetzt schon alles, damit ich dann mehr Zeit für ihn habe, auch wenn wir umziehen. Ich habe schon so viele Sachen geplant und angefangen zu organisieren. Und wir freuen uns beide schon seit Wochen darauf. Es darf einfach nichts schief gehen.

Heute habe ich meine Schubladen am Schreibtisch soweit ausgemistet und die wichtigsten Bilder in einen Ordner sortiert. Ich habe noch vieles gefunden, das mir so wichtig ist, dass ich es kaum ausgehalten habe, allein den Gedanken es zu verlieren. Fast hätte ich die Motivation gefunden, alte Bilder fertig zu malen, dafür habe ich aber ein Chibi von meinem Schatz gemalt. Mit Eisregen-Shirt und Bass. Mit viel Phantasie kann man erkennen, dass er es sein soll, wenn man ihn kennt. Ich telefoniere jetzt übrigens mit ihm, da ich das Fenster hier eine ganze Weile habe offen stehen lassen und nicht geschrieben habe.

Gestern habe ich den ganzen Abend über geheult. Meinem Schatz ging es nicht gut, er wusste nicht warum und ich war total am Boden, weil ich ihm nicht helfen konnte. Er wusste auch nicht wie und meinte, ihm könne gerade niemand helfen. Meine Mutter hat dann das Telefon an sich genommen, weil sie mich nicht mehr ausgehalten hat und hat meinen Schatz fast fertig gemacht. Danach hat er behauptet, es läge nur an einem Bild, das er nicht so hinbekommen hatte. Manchmal habe ich das Gefühl, er verschweigt mir manches, was ihn betrifft, wenn es ihm nicht gut geht. Entweder um es zu verdrängen, um mich nicht zu belasten oder sonst was. Ich weiß es natürlich nicht, aber ich mache mir Sorgen. Er kann mit mir doch über alles reden. Mir geht es nahe, wenn etwas mit meinem Schatz ist.

Und ab da hab ich dann nicht weitergeschrieben. Gestern hatte ich es mir vorgenommen, wieder zu bloggen und keine Ahnung, warum ich es nicht getan habe. Montag Abend war für mich wieder die Hölle, ich spüre genau, dass mit meinem Schatz etwas nicht stimmt, nur er meint die ganze Zeit es wäre nichts. Vielleicht will er nur nicht mit mir darüber reden, aber ich würde ihm gerne zuhören. Im Endeffekt muss er es sowieso entscheiden. Bald wird alles besser...

Und zwar in 7 Tagen!

11.10.06 10:38


Vorfreude

...ist die schönste Freude, sagt man. Morgen um diese Zeit bin ich wieder glücklich mit meinem Schatz vereint. So ist es zumindest geplant. 11:04 Uhr bei uns am Bahnhof, ich hole ihn ab. Meine Angst ist jetzt nur, dass etwas dazwischen kommt. Wenn der Zug Verspätung hätte, wäre das ja nicht so schlimm. Hauptsache ich sehe ihn, da kommt es auf ein paar Minuten mehr auch nicht mehr drauf an. Uns bleiben schließlich zwei Wochen. Meine Sorge ist eher, dass ihm unterwegs etwas passieren könnte. Oder dass ihm heute noch etwas passiert. Oder dass sonst irgendwie etwas schief läuft und wir uns nicht sehen. Wenn ich mir Situationen vorstelle, dann laufen sie in Wirklichkeit immer anders ab, als ich gedacht habe. Deshalb versuche ich krampfhaft, nicht an unser Wiedersehen zu denken, aus Angst, dass es dann nicht stattfindet.

Meine Vorbereitungen sind beinahe abgeschlossen. Gerade schreibe ich, damit mein Nagellack trocknet. Ich bin jetzt wohl eine Woche oder so ganz ohne rumgerannt. Hatte ich mir eigentlich nicht vorstellen können, weil ich es seit mehr als einem halben Jahr so gewöhnt bin, aber irgendwie gibt es wichtigere Dinge als schwarze Fingernägel. Und da ich gerne in Erinnerungen schwelge, erwähne ich am Rande, dass der gute Herr Laiho der Grund war, warum ich jemals angefangen habe, mir die Nägel zu lackieren. Interessiert zwar nicht, aber egal. Ansonsten habe ich alles, was ich nicht unmittelbar für die nächsten anderthalb Wochen benötige, aus meinem Zimmer geräumt oder zumindest zusammengepackt, einige Kartons stehen schon in meinem neuen Zimmer. Es ist jetzt übrigens fast fertig. Die Wände sind weiß, der Teppichboden ist verlegt, es muss nur noch die alte Lampe rausgemacht werden und ein Stück von der Tür unten abgehobelt, damit sie trotz Teppich noch ganz auf geht. Der Rest der Wohnung ist ebenfalls so gut wie fertig renoviert. Eigentlich hätte ich noch Zeit mit packen gehabt, aber ich will ab morgen genügend Zeit für meinen Schatz haben. Mein Zimmer hier ist ganz schön leer, ich habe zwei kleine Spinnen gefunden, die bei mir wohnen, ohne dass ich es zuvor bemerkt habe. Meine Flaschensammlung habe ich ausgemistet und mich von verschimmelten Becks und Veltins Flaschen getrennt. Was jetzt noch auf meinem Schrank steht, war zuvor ausgespült und nicht irgendwelches 0-8-15 Bier.

Für meinen Schatz habe ich auch eingekauft. Met natürlich, wobei eine Flasche mir selbst zum Opfer fiel. Becks Green Lemmy und dazugehörig Haribo Gummibärchen. Quittengelee und Käse, weil ich ihn bei sich zuhause beobachtet habe und er beides gerne isst. Lasagneblätter und Spinat, um Spinatlasagne (sein Lieblingsgericht) zu machen. Bratapfeljoghurt, ein kleiner Insider… Kerzen, damit wir es uns gemütlich machen können. Es wird noch gekauft: Quark für die Spinatlasagne, nochmals Met, Traubensaft, Orangensaft, nochmals Käse. Er bleibt ja zwei Wochen, das ist so schön. Vielleicht habe ich noch etwas vergessen aufzuschreiben, aber ist ja egal. Meine Mutter und ich haben gestern noch Kürbisköpfe gebacken, dazu noch Gespenster und Fledermäuse. Die Kürbisse mit orangener Zuckerglasur, die Gespenster mit weißer Zuckerglasur und die Fledermäuse mit Schokoladenglasur.

Am Samstag war ich auf dem Geburtstag einer Freundin, die ich eigentlich kaum kenne und erst ungefähr fünf Mal getroffen habe. An diesem Tag hat sich die erste Begegnung mit meinem ehemaligen Schwarm gejährt. Wir haben uns endlich ausgesprochen, ich kann ihn nun also getrost vergessen, nachdem ich einige Monate lang sauer auf ihn war und ihn deshalb nicht vergessen konnte. Ich bin froh, dass es zwischen uns beiden nicht geklappt hat, sonst hätte ich vielleicht nie die wunderbarste Person auf dieser Welt kennen gelernt, dafür bin ich dankbar. Es war schon seltsam, meinen ehemaligen Schwarm wieder zu sehen, einfach weil viele Erinnerungen damit verbunden sind. Aber ich denke, dass ich nun endgültig damit abschließen kann und er nicht mal mehr ein Schandfleck in meinem Gedächtnis bleibt. Der Geburtstag ansonsten war recht unspektakulär, bis darauf, dass ich Met dabei hatte und für ein paar Minuten meine mitgebrachte CD lief. Wenn es etwas gibt, was ich positiv von mir denke, dann, dass ich einen guten Musikgeschmack habe und gute Zusammenstellungen von CDs machen kann. Mein bester Kumpel findet das auch und er hat gesagt, dass ich auf dem Nights of Metal DJ sein darf. Wir haben übrigens fünf Bands engagiert, drei von meinem Schatz und zwei von Leuten auf dem Geburtstag. Vielleicht wird aus dem NoM doch etwas, wenn wir ein Grundstück auftreiben… ab November gehen die Planungen erst richtig los, weil dann beide Mitglieder des Teams im gleichen Ort wohnen, und zwar der Ort, wo es stattfinden wird.

Gestern in der Schule hatte ich Spaß. In Englisch müssen wir ein Projekt zum Thema „Future“ machen und ich habe mich der Alien-Gruppe angeschlossen. Anhand von Hypocrisy Song- und Albumtiteln habe ich im Internet eine ganze Menge zum Thema gefunden und kann so Peter Tägtgren danken, in der Schule mal richtig mitgemacht zu haben. Nützen tut mir das Ganze aber nichts, weil ich bei der Präsentation nicht dabei bin. Macht aber nix, zumindest weiß ich jetzt mehr über das Thema. Und da sagt noch mal einer, Metal wär nicht lehrreich…

Jetzt sind meine Nägel trocken und mein Gehirn fast leer. Ich muss noch ein paar Sachen aufräumen und in Ordnung bringen, weil wir heute Abend von dem Freund meiner Mutter zum Essen eingeladen sind, ich dann also keine Zeit habe, und morgen früh werde ich auch keine Zeit haben. Ich freue mich schon so sehr, ich halte es kaum aus. Wenn ich den Tag heute noch rumhabe, geht hoffentlich alles ganz schnell. Aufstehen, fertig machen, zum Zug, Zug fahren, Straßenbahn fahren, hoffentlich meine Bilder von meiner Lehrerin abholen, eine Stunde Physik, eine Stunde Deutsch, zur Straßenbahn, zum Bahnhof, Zug fahren, nach Hause laufen, nochmals alles durchgehen, restliche Sachen aufräumen und dann zurück zum Bahnhof meinen Schatz abholen. Hoffentlich läuft alles so, wie ich es mir vorstelle und nichts kommt dazwischen, Ich warte fast zwei Monate schon auf den morgigen Tag. Aber selbst wenn nicht alles nach Plan läuft, Hauptsache ich sehe meinen Schatz wieder und es geht ihm gut.

Nicht mal mehr ein ganzer Tag bis ich meinen Schatz wieder sehe!!!

17.10.06 12:48





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