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Rückkehr

Bin wieder da, also hier im Blog. Nachdem ich lange Zeit nicht mehr geschrieben habe, weil mein Schatz da war und ich danach einfach den Faden verloren hatte. Es interessiert zwar eigentlich niemanden, aber ich beschreibe trotzdem mal ganz kurz wie meine zwei Wochen mit ihm waren.
Ich hatte ja geschrieben „Morgen kommt mein Schatz, wenn alles nach Plan läuft“. Es lief aber nicht alles nach Plan. Am selben Tag bekam ich noch einen Brief, in dem erwähnt war, dass das wichtige Päckchen, von dem meine Mutter gesprochen hatte und an dem Tag ankommen sollte, von meinem Schatz stammt. Dann stand noch drin, dass ich, wenn mein Schatz an meinem Handy anklingelt, die Augen schließen und mir was wünschen soll. Mein Handy klingelt, ich setze mich auf das Bett um die Augen zu schließen, da klingelt das Telefon, meine Mutter. Ich sage ihr, dass ich beschäftigt bin. Gerade sitze ich wieder auf dem Bett, klingelt es an der Türe. Ich dachte mir, es muss nun das Päckchen sein und bin ziemlich sauer, dass der Postbote gerade jetzt klingeln muss. Mit leicht säuerlichem Gesichtsausdruck mach ich die Tür auf und... mein Schatz steht vor mir!!! Ich konnte es erst gar nicht fassen, aber es war die schönste Überraschung, die mir je gemacht wurde. Ich hab mich so riesig gefreut.
Das war der Anfang, es folgten zwei wunderschöne Wochen, in denen viel gelacht und leider auch ein wenig geweint wurde. Aber das Wichtigste, ich war fast Tag und Nacht (fast, wegen Schule...) mit meinem Liebsten zusammen, wir haben viel unternommen und noch mehr gekuschelt. Was wir so gemacht haben:  
- Kühe schälen
- im Internet surfen (MetalsZene!)
- Guitar Pro programmieren
- Musik hören
- Gitarre spielen (Enter Sandman!!)
- kochen
- ins Stereo gehen
- in die Rockfabrik gehen
- ins Cafe Ole gehen (Brief an In Flames schreiben)
- aufs In Flames Konzert gehen
- umziehen
- zum Fabio gehen (zwecks Internet)
- zur Tante essen gehen
- mit der Ratte spielen
- duschen
- Möbel ab und aufbauen
- reden
- rumknutschen (^^)  
Ich bin wirklich ganz schlimm verliebt in ihn. Und jetzt ist auch schon wieder fast ne Woche rum seit er weg ist... aber Freitag sehe ich ihn wieder! Auch wenn dadurch 3 Personen auf mich sauer sind (Fabio, Natalie, Leah) weil Leah am Sonntag Geburtstag hat und am Samstag reinfeiern will und Fabio mit mir in die Rofa will. Natalie hat gesagt, sie geht nie wieder in Stereo mit mir und redet in der Schule nie wieder mit mir, wenn ich am Wochenende nach Saarbrücken fahr. Aber mein Schatz ist mir nun mal wichtiger... ich kann ja auch nix dafür. Er ist mir das Wichtigste auf der Welt, und alle, die schon einmal richtig verliebt waren, werden das sicher nachvollziehen können. 
Mit Nachtwächter läuft es scheinbar zur Zeit ein kleines bisschen besser. Ich kann jetzt Schlagzeug und Bass auf Guitar Pro programmieren, mein Schatz ist unser neuer Bassist und ich bin gerade dabei, eine Schlagzeugerin auf Metalflirt zu organisieren. Mein Schatz hat auch ein neues Logo entworfen, welches ich cool finde. Nur Fabio lässt sich noch nicht so begeistern... Mein Schatz hat uns auch ein paar Songfragmente / Songs programmiert und ich hab wieder ein wenig mehr Motivation zum Gitarre spielen.
7.11.06 19:26


Kehrseite

Ich bin das dümmste Kind der Welt. Warum bin ich nur so blöd? Warum breche ich das Versprechen, das ich dem allerwichtigsten Menschen gegeben habe? WARUM? Bin ich wirklich so süchtig? Ich hasse mich.
7.11.06 19:31


Wiedersehen

Mir war eigentlich von Anfang an klar, dass ich es nicht durchziehen werde, jeden Tag etwas hier zu schreiben, aber ich melde mich mal wieder zurück.
Seit Mittwoch Abend bin ich wieder zuhause, nachdem ich für eine Woche in der Klinik war. Meine Mutter hatte mich vor die Wahl gestellt, entweder ich solle mich zusammenreißen oder ich müsse wieder dort hin. Ich habe versucht mich zusammenzureißen. Es ging irgendwann nicht mehr... und so bin ich wieder da gelandet. Es hat mir nichts gebracht, außer die Erkenntnis, dass es daheim schöner ist und dass ich meinen Schatz noch mehr liebe als ich gedacht habe. Ich hätte eigentlich an die vier Wochen bleiben sollen, Medikamentenumstellung, Therapie, mit Behandlungsvertrag, aber am Tag, an dem wir den Vertrag erstellen wollten, konnte und wollte ich echt nicht mehr. Ich wollte schon am Samstag heim, weil es da einfach scheiße ist und unnötig (vielleicht hilft es anderen, aber mir nicht), aber ich habe versprochen noch ein paar Tage durchzuhalten und das hatte ich dann auch, aber dann wollte ich heim.
Nun führe ich Donnerstag, Freitag bis zum Abend und heute ein seltsames Leben, am Rande meiner Existenz, ohne Schatz, ohne Schule, ohne Therapie, ohne Sinn. Nichts macht mir Spaß, ich bin innerlich wie tot. Am Wochenende konnte ich leben, da war mein Schatz bei mir und seit er weg ist, bin ich wieder tot. Für andere muss es ein Traum sein, nicht zur Schule zu müssen, ich würde diese Zeit gerne ausnutzen und mich amüsieren, aber ich kann es nicht genießen. Es ist wie eine innere Leere, ein dahinvegetieren, ohne Freude. Ich bin abhängig von meinem Schatz. Dies liegt wohl daran, dass wir in einer Zeit zusammengekommen sind bzw. uns näher gekommen sind, in der ich grad wegen akuter Suizidgefährdung in der Klinik war und er meinem Leben dann erst einen Sinn gegeben hat, weswegen ich dann doch weiterleben wollte. Und nun kommt es mir vor, als könnte ich ohne ihn nicht mehr leben.

Ich hab es trotz Klinikaufenthalt irgendwie geschafft, meinen Adventskalender für ihn fertig zu bekommen, meine Mutter und meine Tante haben mir geholfen. Er konnte sich aber nicht recht darüber freuen, weil er sich Vorwürfe macht, dass er keinen für mich hat... dabei wollte ich ihm doch nur eine Freude machen und habe nichts von ihm in der Hinsicht erwartet. Dafür freue ich mich auf Freitag, wenn er das erste Säckchen öffnen darf. Ich habe angefangen zu stricken, damit er bis Weihnachten vielleicht einen schönen warmen Schal hat, aber ich weiß nicht, ob ich den fertig bekomme... ich bin zu langsam und stricke zu wenig. Stattdessen sitze ich vor dem PC, warte dass jemand auf Metalszene online kommt, lese depressive Weblogs und fresse und fresse und fresse... bald bin ich so rund, dass man mich rollen muss, damit ich irgendwo hin komme.

Ich habe Angst vor der Zukunft. Zwar freue ich mich auf das Wochenende in zwei Wochen und vor allem auf den 25.Dezember und die zwei Wochen danach, aber meine Freude wird durch den Gedanken getrübt, dass es vielleicht gar nicht klappt. In zwei Wochen fahre ich zu meinem Schatz und über Weihnachten kommt er zu mir. Wenn ich bis dahin aber schon in der Wohngruppe bin, wird da wohl nichts draus. Ich will da nicht hin, ich will da nicht hin, ich will da nicht hin!!! Aber ich muss, es gibt keine Alternative mehr, wir haben schon alles ausprobiert. Ich könnte mich dafür schlagen, dass ich es nicht schaffe zur Schule zu gehen, könnte mich dafür schlagen, dass ich die Therapie abgebrochen habe. Es ist alles so kaputt in meinem Leben, alles bis auf meine Beziehung mit meinem Schatz. Der Rest geht den Bach runter. Ich habe solche Angst, dass wegen meinem kaputten Leben mir auch noch das wichtigste kaputt geht, mein Schatz und unsere Liebe. Ich will ihn nicht verlieren, aber ich weiß nicht, wie lange er das noch mitmacht. Er sagt zwar, er wird mich immer lieben, aber ich habe Angst, dass er eines Tages sagt „Es geht nicht mehr, ich kann nicht mehr, ich liebe dich zwar, aber unsere Beziehung hat keinen Sinn“. Das will ich nicht, aber ich weiß nicht, was ich noch tun soll. Ich will Weihnachten nicht in irgendeiner Wohngruppe verbringen, sondern zusammen mit meiner Mutter und meinem Schatz. Ich will auch nicht, dass meine Ratte zu einem Kumpel kommt, das kleine Ding ist mir so ans Herz gewachsen... Ich will es nicht, aber was ist die Alternative? Ich bin verzweifelt. Am Dienstag bekommen wir Informationen. Ich bin schon am Überlegen, ob ich es noch einmal mit Schule probieren sollte. Aber wenn es schon kaum bei zwei Stunden pro Tag funktionierte, wie soll es dann mit 6 bis 8 Stunden werden? Ich habe solche Angst... alles geht kaputt.

In letzter Zeit träume ich immer von einem Menschen, der so aussieht wie mein Schatz, mit dem ich auch zusammenbin, der sich aber so verhält, wie sich mein Schatz nie verhalten würde. Es macht mir Angst und noch mehr Angst macht es mir, mir vorzustellen, dass sich mein über alles geliebter Schatz auf diese Weise verändern könnte. Das will ich nicht, ich will ihn so, wie er jetzt ist, wie ich ihn kennen gelernt habe, wie ich ihn liebe. Einfach so, wie er ist. Ich will ihn nicht verlieren.

Jetzt kann ich nicht mehr schreiben, weil ich mich mal wieder in meine missliche Lage hineingesteigert habe...

27.11.06 11:52





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