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Wiedersehen

Mir war eigentlich von Anfang an klar, dass ich es nicht durchziehen werde, jeden Tag etwas hier zu schreiben, aber ich melde mich mal wieder zurück.
Seit Mittwoch Abend bin ich wieder zuhause, nachdem ich für eine Woche in der Klinik war. Meine Mutter hatte mich vor die Wahl gestellt, entweder ich solle mich zusammenreißen oder ich müsse wieder dort hin. Ich habe versucht mich zusammenzureißen. Es ging irgendwann nicht mehr... und so bin ich wieder da gelandet. Es hat mir nichts gebracht, außer die Erkenntnis, dass es daheim schöner ist und dass ich meinen Schatz noch mehr liebe als ich gedacht habe. Ich hätte eigentlich an die vier Wochen bleiben sollen, Medikamentenumstellung, Therapie, mit Behandlungsvertrag, aber am Tag, an dem wir den Vertrag erstellen wollten, konnte und wollte ich echt nicht mehr. Ich wollte schon am Samstag heim, weil es da einfach scheiße ist und unnötig (vielleicht hilft es anderen, aber mir nicht), aber ich habe versprochen noch ein paar Tage durchzuhalten und das hatte ich dann auch, aber dann wollte ich heim.
Nun führe ich Donnerstag, Freitag bis zum Abend und heute ein seltsames Leben, am Rande meiner Existenz, ohne Schatz, ohne Schule, ohne Therapie, ohne Sinn. Nichts macht mir Spaß, ich bin innerlich wie tot. Am Wochenende konnte ich leben, da war mein Schatz bei mir und seit er weg ist, bin ich wieder tot. Für andere muss es ein Traum sein, nicht zur Schule zu müssen, ich würde diese Zeit gerne ausnutzen und mich amüsieren, aber ich kann es nicht genießen. Es ist wie eine innere Leere, ein dahinvegetieren, ohne Freude. Ich bin abhängig von meinem Schatz. Dies liegt wohl daran, dass wir in einer Zeit zusammengekommen sind bzw. uns näher gekommen sind, in der ich grad wegen akuter Suizidgefährdung in der Klinik war und er meinem Leben dann erst einen Sinn gegeben hat, weswegen ich dann doch weiterleben wollte. Und nun kommt es mir vor, als könnte ich ohne ihn nicht mehr leben.

Ich hab es trotz Klinikaufenthalt irgendwie geschafft, meinen Adventskalender für ihn fertig zu bekommen, meine Mutter und meine Tante haben mir geholfen. Er konnte sich aber nicht recht darüber freuen, weil er sich Vorwürfe macht, dass er keinen für mich hat... dabei wollte ich ihm doch nur eine Freude machen und habe nichts von ihm in der Hinsicht erwartet. Dafür freue ich mich auf Freitag, wenn er das erste Säckchen öffnen darf. Ich habe angefangen zu stricken, damit er bis Weihnachten vielleicht einen schönen warmen Schal hat, aber ich weiß nicht, ob ich den fertig bekomme... ich bin zu langsam und stricke zu wenig. Stattdessen sitze ich vor dem PC, warte dass jemand auf Metalszene online kommt, lese depressive Weblogs und fresse und fresse und fresse... bald bin ich so rund, dass man mich rollen muss, damit ich irgendwo hin komme.

Ich habe Angst vor der Zukunft. Zwar freue ich mich auf das Wochenende in zwei Wochen und vor allem auf den 25.Dezember und die zwei Wochen danach, aber meine Freude wird durch den Gedanken getrübt, dass es vielleicht gar nicht klappt. In zwei Wochen fahre ich zu meinem Schatz und über Weihnachten kommt er zu mir. Wenn ich bis dahin aber schon in der Wohngruppe bin, wird da wohl nichts draus. Ich will da nicht hin, ich will da nicht hin, ich will da nicht hin!!! Aber ich muss, es gibt keine Alternative mehr, wir haben schon alles ausprobiert. Ich könnte mich dafür schlagen, dass ich es nicht schaffe zur Schule zu gehen, könnte mich dafür schlagen, dass ich die Therapie abgebrochen habe. Es ist alles so kaputt in meinem Leben, alles bis auf meine Beziehung mit meinem Schatz. Der Rest geht den Bach runter. Ich habe solche Angst, dass wegen meinem kaputten Leben mir auch noch das wichtigste kaputt geht, mein Schatz und unsere Liebe. Ich will ihn nicht verlieren, aber ich weiß nicht, wie lange er das noch mitmacht. Er sagt zwar, er wird mich immer lieben, aber ich habe Angst, dass er eines Tages sagt „Es geht nicht mehr, ich kann nicht mehr, ich liebe dich zwar, aber unsere Beziehung hat keinen Sinn“. Das will ich nicht, aber ich weiß nicht, was ich noch tun soll. Ich will Weihnachten nicht in irgendeiner Wohngruppe verbringen, sondern zusammen mit meiner Mutter und meinem Schatz. Ich will auch nicht, dass meine Ratte zu einem Kumpel kommt, das kleine Ding ist mir so ans Herz gewachsen... Ich will es nicht, aber was ist die Alternative? Ich bin verzweifelt. Am Dienstag bekommen wir Informationen. Ich bin schon am Überlegen, ob ich es noch einmal mit Schule probieren sollte. Aber wenn es schon kaum bei zwei Stunden pro Tag funktionierte, wie soll es dann mit 6 bis 8 Stunden werden? Ich habe solche Angst... alles geht kaputt.

In letzter Zeit träume ich immer von einem Menschen, der so aussieht wie mein Schatz, mit dem ich auch zusammenbin, der sich aber so verhält, wie sich mein Schatz nie verhalten würde. Es macht mir Angst und noch mehr Angst macht es mir, mir vorzustellen, dass sich mein über alles geliebter Schatz auf diese Weise verändern könnte. Das will ich nicht, ich will ihn so, wie er jetzt ist, wie ich ihn kennen gelernt habe, wie ich ihn liebe. Einfach so, wie er ist. Ich will ihn nicht verlieren.

Jetzt kann ich nicht mehr schreiben, weil ich mich mal wieder in meine missliche Lage hineingesteigert habe...

27.11.06 11:52
 


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